Regionen & Ihre Weinsorten
Deutschlands sonnigstes Gebiet:
Rheinhessen Gesamtrebfläche: 26’000 ha
Weisse Rebsorten:
Chardonnay,
Grauburgunder,
Gewürztraminer,
Huxelrebe,
Kerner,
Müller-Thurgau,
Riesling,
Scheurebe,
Silvaner,
Weissburgunder
Rote Rebsorten:
Blauer Spätburgunder,
Dornfelder
,
Frühburgunder, Portugieser,
Regent,
St. Laurent, aber
auch
Cabernet Sauvignon,
Cabernet Dorsa,
Merlot für wunderbare Cuvées
Die Entdeckung einer neuen Weinlandschaft
In Rheinhessen fühlen sich bestimmte Rebsorten ganz besonders wohl. Daher werden sie hier sorgsam
gepflegt und geniessen Klassikerstatus. Andererseits sind die rheinhessischen Winzer von Haus aus
neugierig und experimentieren gern mit neuen Züchtungen und fremden Rebsorten. Das führt zu oft
verblüffenden und eigenständigen, selten aber langweiligen Ergebnissen. Die Rebfläche zwischen Alzey,
Worms, Mainz und Bingen im Norden und Osten wird vom grossen Rheinbogen umschlossen. Rheinhessens
Winzer produzieren moderne, unkomplizierte Weine ebenso wie absolute Spitzenprodukte. So gibt es seit den
90er Jahren die „Selection Rheinhessen“ - eine ambitionierte Klasse feiner, trockener Weine. Zu diesem
Spitzenwein-Programm zählen ausschliesslich authentische Weine auf höchstem Niveau. Schliesslich sind die
Winzer auch Sekt-Spezialisten. Schon vor 25 Jahren brachten sie den ersten Winzersekt auf den Markt.
Daraus ist in den vergangenen Jahren in der Region eine beachtliche Sektkultur entstanden.
Die Heimat des Schilchers: Weststeiermark
Gesamtrebfläche: 500 ha
Wichtigste Rebsorten:
Blauer Wildbacher (Schilcher),
Weissburgunder und
Chardonnay (Morillon)
Das kleinste Weinbaugebiet der Steiermark ist ein uraltes Weinland, in dem schon Illyrer, Kelten und später
Römer Weinreben kultivierten. Die Weingärten ziehen sich in einem schmalen, langen Band bis zu 600 m
Seehöhe an den Ausläufern der Koralpe und des Reinischkogels nach Süden bis zur slowenischen Grenze.
Die Lage profitiert tagsüber von starker Erwärmung und ist geschützt vor rauen Winden. Steile Hänge mit
malerischen kleinen Kellerstöckeln sind zu überwinden, tiefe Täler zu durchqueren auf dem Weg von Ligist im
Norden über St. Stefan ob Stainz bis nach Deutschlandsberg und Eibiswald. Die Weststeiermark ist das
klassische Schilcherland: Ein Grossteil der Rebfläche ist bepflanzt mit blauem Wildbacher, einer uralten
Rebsorte, welche die Grundlage für den rosafarbenen Wein mit der beinahe unglaubliche Erfolgsgeschichte
liefert. Der Schilcher geniesst Sortenschutz. Unter diesem Namen dürfen nur Weine deklariert und verkauft
werden, die zu 100 % aus der Blauen Wildbacher-Traube gekeltert werden und ausschliesslich in der
Steiermark gewachsen sind. Der Gebietsschutz des Schilchers besteht seit der Weingesetz-Novellierung von
1976.
Das österreichische Piemont: Südsteiermark
Gesamtrebfläche: 2200 ha
Wichtigste Rebsorten:
Sauvignon blanc, Welschriesling,
Weissburgunder &
Chardonnay (Morillon),
Müller-Thurgau,
Zweigelt
Im „Südsteirischen Weinland“ gedeihen einige der qualitativen besten Weissweinen des Landes. Jeder Ort
bringt typischen Weine hervor, auf die er stolz ist. Leitsorten sind Welschriesling und Sauvignon blanc, der
sonst in Österreich kaum verbreitet ist. Der Muskateller stellt eine spezifische Sorte dieses Gebietes dar. Im
Sausal mit dem Hauptort Kitzeck – der höchsten Weinbaugemeinde Österreichs – trifft man die steilsten
Weingärten der Steiermark. Bis 564 m Seehöhe wird da noch Wein angebaut. Das milde Klima und die
steinigen, steilen Südhänge bilden die natürliche Vorraussetzung für gute Qualitäten. Pappeln und
Kastanienbäume erinnern an den Süden. Die Stille der hügeligen Landschaft wird nur durch das Geklapper
der steirischen Windmühle – dem Klapotetz – unterbrochen. Das Gebiet zu bereisen lohnt sich in jeder
Jahreszeit. Besonders empfehlenswert: eine herbstliche Weinreise entlang der Weinstrasse an der
slowenischen Grenze oder durch die Sausalregion westlich der Stadt Leibnitz.
Steile Berge und ein südliches Klima: Wallis (CH)
Gesamtrebfläche: 5’200 ha
Mit 5200 Hektaren Rebland und 120000 Rebflächen ist das Wallis nicht nur der grösste Schweizer Weinbaukanton, sondern einzigartig ist auch die grosse Vielfalt und das Potenzial seiner althergebrachten einheimischen Weine. Das Wallis besitzt ein trockenes Klima mit intensiver Sonneneinstrahlung, d.h. ideale Bedingungen für die Reifung der Trauben. Der Herbst mit seinen Föhntagen bringt häufig starke Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht. Er gewährleistet die unabdingbare Gleichmässigkeit des Reifungsprozesses und sorgt für ein gesundes Lesegut.
Die Walliser Rebberge erstrecken sich zwischen 400 und 800 m ü.M, die Rebflächen in Visperterminen im Oberwallis klettern noch höher hinauf: 1150 m ü.M. liegen sie, und das ist in Europa einzigartig. Hunderte von Stützmauern haben die Steilhänge in kleine Rebgärten verwandelt die oft nicht grösser als wie Leintücher sind. Die Südlage des Hanges in der trockensten Gegend der Schweiz und die grossen Steinflächen der Mauern machen den Rieben bis in den Spätherbst zu einer Wärmekammer, die den Trauben die nötige Reife verleiht. Hier entsteht eine der Spezialität aus dem Wallis, nämlich der Heida. Man gewinnt ihn aus der gleichnamigen, kleinbeerigen und ertragsarmen Traubensorte, die es in guten Jahre auf bis 100 Oechslegrade bringt.